Gedanken zur „praktischen Psychologie“

Praktische Psychologie ist im Berufsalltag unverzichtbar – und äußerst hilfreich. Wenn Sie verstehen, weshalb Menschen „so ticken“, werden Sie leichter und gelassener mit ihnen und auch mit sich selbst umgehen können.

Ich möchte Ihnen im Folgenden einen Schwerpunkt, der unter vielen weiteren in meinen Trainings „Psychologie für die AssistentInnen / Psychologie für Führungskräfte“ erarbeitet werden, vorstellen.

Es geht um Wertschätzung: Jeder Mensch braucht sie, sie ist sozusagen unser Lebenselixier. Ohne Wertschätzung werden Menschen demotiviert, lieblos, freudlos, hart. „Der am meisten geschätzte Wert ist die Wertschätzung“, dies ist seit über 25 Jahren mein Credo in vielen Trainings. Was genau meint denn nun: Wertschätzung? Hier meine Vorschläge, mit denen Sie Ihr eigenes Handeln überprüfen, verändern und mit denen Sie zukünftig Ihren Mitmenschen verständnisvoller und klarer begegnen können.

Fragen Sie sich in einer ruhigen Minute:

  • Wann habe ich die Kollegin / den Kollegen / den Mitarbeiter XY, den ich nicht besonders gut leiden kann, freundlich gegrüßt?
  • Wann ein kleines Lob ausgesprochen?
  • Wann auf dem Flur gelächelt und mir für ein, zwei Sätze Smalltalk Zeit genommen?
  • Wann meine sofort negativ einfließenden Gedanken gegen (zumindest) neutrale ausgetauscht?

Wertschätzung bedeutet keinesfalls, dass Sie alle Menschen toll finden und mögen müssen. Wertschätzung heißt aber sehr wohl, dass Sie – zuerst einmal und als innere Grundhaltung – jeden, ja, wirklich jeden Menschen akzeptieren und zwar genau so, wie er ist. Ich weiß, das ist schwierig, lässt sich aber trainieren. Im Psychologie-Seminar machen wir dazu einige effektive Übungen. Wertschätzung bedeutet auch, zu tolerieren, dass andere oft so ganz anders sind wie Sie selbst (tolerare= erdulden, ertragen).  Gehen Sie mit einer wertschätzenden Grundhaltung durch Ihr Leben. Sie werden erleben, wie viel Positives da zurückkommt. Trotzdem sprechen Sie die Dinge, die Sie stören, klar, direkt und in Form einer Bitte an. Sie sagen, was ist. Wenn Sie dies ohne Wertschätzung des Anderen tun, wird er „dichtmachen“, Widerstand leisten, in die Beschuldigung oder Rechtfertigung gehen. Wertschätzende Klarheit klingt zum Beispiel so: „Herr Maier, bitte werfen Sie mir die Unterlagen nicht einfach auf meinen Schreibtisch, sondern legen Sie sie in den Ablagekorb dort rechts am Fenster. Vielen Dank.“ (Dabei lächeln Sie Herrn Maier zu, weil Sie akzeptieren und tolerieren, dass er so ganz anders ist als Sie.) Achtung! Prüfen Sie: Sie waren zu Herrn Maier freundlich – respektvoll, Sie haben mit klaren Worten eine Bitte – und keinen Befehl oder Vorwurf – ausgesprochen, Sie haben eine klare „Ansage“ gemacht und mit dem „vielen Dank“ am Ende gezeigt, dass darüber nicht weiter diskutiert werden muss.

Probieren Sie es aus – es ist unglaublich stärkend und kraftgebend, mit einer wertschätzenden Grundhaltung durchs Leben zu gehen. Noch immer hat der alte Spruch, „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück“, Gültigkeit. Und wenn sie Wertschätzung geben, erhalten Sie Wertschätzung zurück. Kommen Sie ins Seminar „Psychologie für Führungskräfte / AssistentInnen“, dies ist Ihr erster Schritt zu noch mehr (eigener) Wertschätzung. Weitere Ideen und Anregungen erarbeiten wir dann gemeinsam.

Herzliche Grüße – und auf bald in einem meiner Seminare!

Tipp des Monats

Willst du recht behalten oder glücklich sein –
beides gleichzeitig geht nicht!

                             Marshall Rosenberg

Liebe LeserInnen,

viele von Ihnen kennen mich aus den Trainings „Angewandte Psychologie“ oder „Selbstbewusst & klar – Kommunizieren Sie erfolgreich!“. Lassen Sie mich heute bitte eine gewagte These aufstellen, die lautet:

Nur mit Diplomatie ist Durchsetzungsstärke möglich. Alles andere wird nicht langfristig funktionieren und ist nicht von Dauer. Schauen wir zusammen genauer hin, wie aus der „gewagten These“ eine fundierte Aussage wird.

Jemand kann sich durchsetzen mit Hilfe von Macht. Das wäre dann Kommandoton, autoritäre Anweisung, Drohgebärde, Angst machen („Ich dulde keinen Widerspruch“). Sicher kennen Sie alle solches Verhalten.

Auch mit Hilfe von Geld wollen Menschen sich durchsetzen. Im Büro heißt das dann: „Es ist sicher unangenehm für Sie, muss aber leider sein. Wir können dann auch im Sommer über eine Gehaltserhöhung nachdenken…“ Der Andere macht dann zwar (widerwillig), was gefordert wird, fühlt sich aber manipuliert und nicht ernst genommen.

Jetzt zurück zu meiner Ausgangsthese: Diplomatie ist das Bindeglied, das Transportmittel und die Akzeptanz zum Gegenüber. Eine Forderung, eine negative Nachricht, eine klare Anweisung. … gelingen dann besonders überzeugend, wenn wir sie diplomatisch übermitteln. Das heißt keineswegs, zu „sülzen“ und unehrlich zu sein. Sehr wohl aber einfühlsam und verständnisvoll zu sein für die Situation des Anderen.

Sicher kennen Sie alle den Satz „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es zurück.“. Sehen Sie, genau darum geht es. Freundlich, klar, einfühlsam zu sagen, was ist. Nicht mehr – nicht weniger!

Das kann sich dann z.B. so anhören (am besten face-to-face, notfalls per Telefon). “Hallo, Frau Müller, ich weiß, Sie haben den Schreibtisch total voll und jede Menge zu tun. Und jetzt komme ich und bitte Sie, mir bis morgen Mittag die Zahlen des letzten Monats zusammen zu stellen. Wir brauchen sie für die Präsentation beim Vorstand. Mir ist klar, dass Sie jetzt Ihre Prioritäten umschichten müssen – das macht niemand gerne. Trotzdem – es muss sein. Ganz herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.“

Natürlich hätten Sie auch Frau Müller anrufen können und mit finsterem Gesicht und strenger Stimme sagen können: „Frau Müller, ich brauche die Zahlen des letzten Monats. Bis morgen 12 Uhr.  Schicken Sie sie mir per Mailanhang. Danke.“

Spüren Sie den klimatischen Unterschied?  Menschen sind zu ganz vielen Dingen zu bewegen, wenn sie sich ernst genommen und respektiert fühlen.

Und hier schließt sich der Kreis: Diplomatie ist nämlich nichts anderes als freundlicher, ernsthafter und respektvoller Umgang mit dem Gesprächspartner. Ihm zeigen, dass ich seine Situation, seinen Blickwinkel nachvollziehen kann und trotzdem klar und zielbewusst bin. Im Chinesischen gibt es das Sprichwort: „Wer nicht Lächeln kann, sollte kein Geschäft eröffnen.“. Etwas abgewandelt sage ich: „Wer nicht lächeln kann, kann sich auch nicht durchsetzen“.

Denken Sie doch gelegentlich darüber nach, bevor Sie sich bei nächster Gelegenheit „auf die harte Tour“ durchsetzen, denken nach, ob Durchsetzung mit Diplomatie nicht der bessere Weg sein könnte. Zum Argumente sammeln, zum Üben und noch viele weitere Durchsetzungs-Ideen entwickeln, kommen Sie am besten in die spannenden und unterhaltsamen Seminare „Angewandte Psychologie & erfolgreiche Kommunikation“ und „Selbstbewusst und klar kommunizieren“.

Was ist eigentlich „RESILIENZ“?

Liebe LeserInnen,

ich habe demnächst das große Vergnügen, mit Ihnen gemeinsam einen packenden Pre-Workshop zu einem innovativen Thema zu gestalten.

Resilienz ist kein „neuer“ Begriff. Resilienzverhalten ist in jedem Menschen angelegt. Einen kleinen Teil unserer Resilienzfaktoren bringen wir mit in die Welt, der größere entwickelt sich im Laufe des Lebens im Austausch mit Menschen und dem Umfeld.

Allerdings hängt die Fähigkeit, Widerstandskraft gegenüber schwierigen Situationen, Herausforderungen, Krisen und Stress zu zeigen, von verschiedenen Einflussfaktoren ab.

Resilienz wird auch als „Stehauf-Männchen“-Effekt, als Aufrechterhaltung (oder Wiederherstellung) der eigenen Stabilität beschrieben.

In unserem Pre-Workshop werden Sie neben vielen anderen Ideen auch den Lotusblüten-Effekt kennenlernen:

Das Prinzip, schädliches und negatives Verhalten abperlen zu lassen und positiv-unterstützendes aufzunehmen.

Wie Sie dieses von der Natur genial erdachte Erfolgsmodell bei (beruflichem) Ärger, Frust und Stress nützen, erarbeiten wir gemeinsam an unserem Tag. Resilienz-Stärke ist Grundlage und Basis für Ihre Souveränität, Kompetenz und Gelassenheit.

Im Workshop können Sie sich selbst testen, Spaß haben, den Glühbirnen-Effekt erleben, Ihren Tools- und Skills-Rucksack füllen und „aufgeladen“ und gestärkt an neue Aufgaben gehen.

Weitere spannende Inhalte sind:

Ärger- und Emotions-Management, Gelassenheits-Kommunikation trainieren, Handlungsfähigkeit in kritischen Situationen stärken.

Als Kostprobe für Sie: Eine wirkungsvolle Resilienz-Übung:

Schütteln Sie abwechselnd die rechte, dann die linke Hand, so, als wollten Sie Wassertropfen abschütteln. Denken Sie dabei an die ärgerliche/unangenehme/schwierige Situation, die Sie im Moment blockiert. Dann schütteln Sie bitte rechtes, danach linkes Bein, mehrmals im Wechsel. Danach bitte mit rechter, dann mit linker Schulter kleine kreisende Bewegungen. So, als würden Sie Ihren Ärger-Rucksack oder Ihre schwerste Last von den Schultern abwerfen. Danach tief durchatmen und die Kraft in sich spüren.

Ich freue mich auf Sie.